A BISSERL SCHWARZ, A BISSERL WEISS.

Ein Wiener Abend mit Hautgout.

Text: Trude Marzik

mit: Angelika Sieburg und Andreas Wellano

Komposition und live am Klavier: Hansi Fischer
Special Guest: Liese Lyon

Premiere: 1.6.2016, Frankfurt, Stalburg Theater

Ein Elsässer, ein Berliner und eine Wienerin – die in Wien nicht mehr zuhause ist, werfen aus der Distanz ihren Blick auf Sprache, Kultur und Humor.

Originalton eines Wieners nach der Vorstellung in Frankfurt: „Das Konzept, wie ihr mit eurer unterschiedlichen Herkunft aus der Entfernung unsere Sprache, den Humor und Kultur betrachtet, hat mir als Wiener ein frisches, besseres Verständnis zur Sprache und dem hintergründigen Humor beschert. Ein wunderbarer Kunstgriff, dieses Erlebnis kann ich mir, wenn von einem Österreicher dargeboten, nicht vorstellen.“

Die Wu Weis können auch anders, wie ihr furioser Wiener Abend zeigt. „Wenn Du´s verstehst, isses zu spät“ könnte fürs Weanerische gelten. Doch das ergötzliche Weaner Mädel  Angelika Sieburg bürstet mit dem gnadenlos komischen  Andreas Wellano von „Adaxl“ bis „Zwutschkerl“ Klischees gegen den Strich. Die hinreißenden Texte und Lieder von Trude Marzik sind abgrundtief schwarzhumorig. Ludwig Hirsch und „Everblack“ Georg Kreisler gucken ohne „Tauben vergiften“ um die Ecke. Das Premierenpublikum in der vollbesetzten Stalburg lag dem Quartett mit Pianist Hansi Fischer und dem Tenor Mark Adler zu Füßen.
(Gesine Werner, Wiesbadener Kultipp, Ausgabe III/2016)

Ulrike Krickau (25./26.5.2016 Frankfurter Rundschau): „Angelika Sieburg und Andreas Wellano sprechen und singen von dem was schön ist an der Metropole, sie erzählen vom barocken Großformat der Stadt, der Lebensqualität zwischen Kultur und Sahnehäubchen. Aber sie erlauben dem riesengroßen Wiener Schnitzel nicht, sich egalisierend und knusprig über alle Widersprüche zu legen, sondern streben nach dem umfassenderen Blick: Beim Wu Wei Theater besteht Österreich nicht nur aus Johann Strauß und Sachertorte, sondern eben auch aus Norbert Hofer, Josef Fritzl und Adolf Hitler.“

"Jede Provinz liebt ihren Dialekt: denn er ist doch eigentlich das Element, in welchem die Seele ihren Atem schöpft." - (Goethe)

Verstehen Sie wienerisch von "A" wie Adaxl bis "Z" wie Zwutschkerl?
Wollen Sie wissen, was ein Bazi, ein Gannef, ein Haftelmacher ist?
Haben Sie schon mal eine Kabanossi verspeist, ein Flankerl im Mund gehabt?
Und der Hautgout? Das fast verschwundene Wort der Küchensprache. Ausgesprochen: "Ogu" mit langem "U". "Oguuu", es schmeckt nicht nur, es riecht auch danach: süßlich, streng und sehr intensiv. Hautgout, der hohe Geschmack, schmeckt Scheiße, aber köstlich.

So schmeckt auch dieser Abend mit Angelika Sieburg, Andreas Wellano,am Klavier: Hansi Fischer, special Guest - Liese Lyon, die in Liedern und Texten über das Wienklischee, die Gemütlichkeit, die Liebe, den Tod, das Saufen und Essen, die Kultur und Unkultur mit sprachkundlichem und abgründigem Humor sinnieren, singen, jodeln, raunzen, weinen, schimpfen, in die Tasten schlagen: mal süßlich, mal streng aber immer mit Hautgout.

Idee, Konzept, Produktion: Wu Wei Theater Frankfurt

Lese- und Aufführungsrecht: Zsolnay Verlag Wien

Webseite: www.wuweitheater.de

Repertoire

Tourdaten

23. Oktober 2017 - 31. Dezember 2020

Derzeit ist kein Termin hierzu hinterlegt - das kann sich aber schnell ändern :-)